Rosalie Ounyaï (28)

Erdnüsse und Karité sind ihre Zukunft

Rosalie Ounyaï weiss, was hart arbeiten heisst. Zusammen mit ihrem Mann Gilbert bewirtschaftet sie einen kleinen Hof in der Region Moyen-Chari im Süden des Tschad. Auf drei Hektaren Land baut die Familie Erdnüsse, Baumwolle und Hirse an. Um das Familieneinkommen zu verbessern, produziert Rosalie Speiseöl und Seife aus Karité-Nüssen, die sie auf dem lokalen Markt verkauft.

Die vierfache Mutter hat in ihrem jungen Leben bisher vor allem eines kennen gelernt: den Kampf gegen den Mangel und die Armut. Den süssen Tee, den die siebenjährige Tochter Fortune ihr reicht, trinkt Rosalie in kurzen, hastigen Schlucken. Sie hat keine Zeit, um sich in den Schatten zu setzen.

«Das gibt am Schluss etwa zehn Liter Speiseöl», schätzt Rosalie, während sie zusammen mit Nachbarin Christine den braunen Brei aus gemahlenen Karité-Nüssen knetet. Sie richtet sich kurz auf und wischt mit dem Handrücken den Schweiss von der Stirn:

«Wenn ich alles Öl verkaufen kann, verdiene ich damit etwa 15 Franken.»

Rosalie ist davon überzeugt, dass ein besseres Leben möglich ist. Daran arbeitet sie zusammen mit ihrem Mann Gilbert. Die junge Frau weiss aber genau, dass Fortschritt und etwas mehr Wohlstand nur möglich sind, wenn die ganze Gemeinschaft das will. Deshalb engagiert sie sich in der lokalen Frauenorganisation und Gilbert ist Mitglied der Bauerngenossenschaft. Beide Organisationen werden von der Caritas unterstützt. Ziel ist es, mit der besseren Vermarktung der Erdnussernte und von Produkten aus der Karité-Nuss nachhaltig ein höheres Einkommen zu erzielen.

«Heute sind unsere Pläne nicht mehr reines Wunschdenken. Dank der Caritas-Hilfe können wir sparen, in die Landwirtschaft investieren und wir können die Schule für unsere Kinder bezahlen. Sie sind die Zukunft unseres Landes.»

Über Rosalie Ounyaï

Alter:
28 Jahre

Herkunft:
Geboren in Koumogo, lebt heute in Manda, Region Moyen-Chari

Familie:
Verheiratet mit Gilbert Allessem (34), Mutter von
Fabrice (10), Jean Baptiste Adimadje (9), Fortune (7) und Macaine (2)

Situation:
Bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann drei Hektaren Land, mit der Produktion und dem Verkauf von Speiseöl und Seife aus der Karité-Nuss erzielt sie einen wichtigen Zusatzverdienst.

Erdnüsse: Die Caritas-Hilfe zur Selbsthilfe

Rosalie ist davon überzeugt, dass ein besseres Leben möglich ist.

Was ist eigentlich Karité?

Der Karité-Baum wird auch «Afrikanischer Butterbaum» genannt. Seine schmackhaften Früchte beinhalten eine Mandel, deren Fett zu Heilsalben, Speiseöl oder Seife verarbeitet wird. Das ist ein aufwändiger, arbeitsintensiver Prozess. Zuerst werden die Karité-Mandeln aufgewallt, geschält und gewaschen, bevor sie leicht geröstet und anschliessend zu einem öligen Brei gemahlen werden. Dieser Brei wird dann so lange geknetet, bis er sich in Wasser und in weisse Karité-Butter teilt. Die Butter ist die Basis der Salben. Wenn sie zu Öl weiterverarbeitet werden soll, wird die gewaschene Butter in einem grossen Topf erhitzt und zum Sieden gebracht. Langsam verdampft das eingelagerte Wasser und die Butter verflüssigt sich zu Öl. Das Öl wird als Nahrungsmittel oder als Basis für Seife verwendet. Von der Kosmetikindustrie wird Karité-Butter zunehmend als Alternative zum Palmöl geschätzt.

Rosalie und ihr Mann Gilbert wollen Bauern sein und in ihrem Heimatdorf bleiben: «Wir sind fest davon überzeugt, dass es für unsere Kinder hier eine Zukunft gibt und wir gemeinsam einen Weg aus der Misere finden. Wir tragen eine Verantwortung. Wir wollen einen Beitrag leisten, damit wir alle zusammen unsere Lebenssituation verbessern können. Wir sind der Caritas sehr dankbar, dass sie uns hilft, unser Einkommen zu verbessern – und uns die Chance gibt, dass unsere Kinder eine Zukunft bekommen.»

Ihre Spende für die Kleinbauern im Tschad

Die Bauernfamilien im Tschad sollen von der Arbeit ihrer Hände leben und für sich und ihre Kinder wirkliche Zukunftsperspektiven aufbauen können. Die Caritas hilft ihnen, damit sie mit der Produktion von Erdnüssen und der besseren Vermarktung von Karité-Produkten ein stabiles und besseres Einkommen erzielen.

Konkret:

  • Rund 450 000 Menschen profitieren direkt vom Engagement der Caritas.
  • Wir unterstützen die Bauern, damit sie mit angepasstem Saatgut und mehr landwirtschaftlichem Wissen bessere Erträge erwirtschaften.
  • Wir fördern die Gründung von Bauerngenossenschaften und Frauenorganisationen und unterstützen sie beim Aufbau ihrer Organisation.
  • Wir sorgen mit richtiger Lagerung für weniger Ernteverlust und bessere Qualität.
  • Wir bauen ein System auf, das ausreichend Informationen über den Markt bereitstellt.
  • Wir stellen die Zusammenarbeit zwischen Genossenschaften und Bauernbank sicher.
  • Wir bauen Kontakte auf zur verarbeitenden Industrie.
  • Wir verhandeln mit den Behörden, um die Produktions- und die Marktbedingungen für die Bauern zu verbessern.

Das Projekt wird getragen von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA und der tschadischen Regierung und zusammen mit Swissaid durchgeführt.