Franka (17)

Welche Ziele hat Franka?

Eine Ausbildung als Köchin machen, lernen und in ihrem Beruf arbeiten: Das sind Frankas Ziele. Die 17-Jährige sprudelt vor Energie, sie hat den Kopf voller Pläne. Alle sagen das. Seit sie vor wenigen Monaten ihre Berufsausbildung an der Nwoya Girls Academy aufnahm, ist Franka regelrecht aufgeblüht. Dass sie in ihrem jungen Alter schon ein Kind hat, belastet sie nicht mehr. Es macht sie glücklich, dass sie mehrmals am Tag zwischen den Schulstunden nach ihrem kleinen Sohn Flexy schauen kann. Es ist noch nicht lange her, da hatte Franka weder Perspektiven noch eine Zukunft. Frankas Mutter ist sehr arm und musste deshalb ihre Tochter aus der Schule nehmen. Als Franka schwanger wurde, verliess der Vater ihres Kindes sie sofort. «Sobald ich meine Ausbildung beendet habe, eröffne ich mein eigenes Restaurant. So kann ich meine Mutter unterstützen und alle meine Geschwister können in die Schule gehen», erzählt Franka. Ihre Augen strahlen, wenn sie über ihre Zukunft spricht.

Kurz nach der Geburt von Flexy hörte Frankas Mutter im lokalen Radio einen Bericht über die Nwoya Girls Academy. Sie zögerte keine Sekunde. Flexy war gerade einmal eine Woche alt, als Franka und ihre Mutter vor den Türen der Schule standen. Inzwischen ist Frankas herziges Baby das Maskottchen der Schule und Franka eine der meistgeschätzten Schülerinnen ihrer Lehrpersonen. Trotz der strikten Disziplin im Internat, dem frühen Aufstehen und dem strengen Tagesprogramm mit theoretischem und praktischem Unterricht, würde Franka ihr jetziges Leben gegen nichts auf der Welt eintauschen.

«Einige Wochen nachdem ich mit der Schule begann, bestand der Verdacht, dass ich schwer krank sei. Zum Glück hat er sich nicht bestätigt. Ich bin so glücklich, dass ich heute einen Beruf lernen kann. So bin ich später selbstständig, kann mein Kind grossziehen und meine Familie unterstützen.»

Über Franka Alimocan

Alter: 17 Jahre
Wohnort: Frankas Familie wohnt im Dorf Kinene im Bezirk Nwoya, eine Wegstunde von Anaka entfernt in der Region Acholi, im Norden von Uganda.
Familie: Die Mutter von Franka, Nighty Abalo (44 Jahre), hat 6 Kinder, die heute zwischen 25 und 9 Jahre alt sind. Frankas Vater ist gestorben. Ein Onkel lebt bei der Familie.
Lebenssituation: Franka ist eine junge, ledige Mutter. Mit ihrem Sohn Flexy besucht sie die Nwoya Girls Academy in Purongo in der Nähe ihres Dorfes Kinene. Frankas Mutter Nighty muss sehr hart arbeiten, um über die Runden zu kommen. Sie baut Maniok an, Mais, Bohnen, Hirse und Kohl. Die Eier ihrer Hühner und die Milch ihrer wenigen Kühe verkauft sie auf dem Markt. Aber die Einnahmen reichen nicht aus, um alle ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Die Schule schenkte Franka ein neues Leben.

Die Bevölkerung in Frankas Heimat Norduganda litt jahrelang unter dem Krieg zwischen der Lord’s Resistance Army und der ugandischen Armee. Die Kinder gehörten zu den ersten Opfern dieses Konflikts. Sie wurden als Kindersoldaten rekrutiert, die Mädchen als Sexsklavinnen der Kommandanten missbraucht. Franka war 7 Jahre alt, als der Krieg vorbei war. Viele der jungen Mädchen, die die Nwoya Girls Academy besuchen, wurden in Flüchtlingslagern geboren. Und ihr Kampf geht weiter. Denn es ist gerade für Mädchen in Uganda extrem schwierig, der Armutsspirale zu entkommen. Mädchen sind nicht viel wert. Sie werden missbraucht von Männern, die sie nicht respektieren und von ihren eigenen Familien für eine magere Mitgift noch als halbes Kind verheiratet. Einige Mädchen sind gezwungen, sich zu prostituieren. Franka sagt, die Schule habe ihr ein neues Leben geschenkt. Ihre Mutter, seit vielen Jahren Witwe, hat ein schwieriges Leben. Franka will nicht das gleiche Schicksal erleiden. Mutter und Tochter leisten in der Nachbarschaft sehr viel Überzeugungsarbeit, damit die Dorfbewohner ihre Töchter in die Schule schicken. Denn ein eigener Lohn ist in jedem Fall mehr wert als eine lächerliche Mitgift!

Ihre Spende für die jungen Mädchen in Uganda

Eine Schul- und Berufsbildung bietet den jungen Mädchen das beste Rüstzeug, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und der Spirale aus Armut und Abhängigkeit zu entkommen. Dank der Unterstützung von Caritas können sie in die Schule gehen und einen Beruf lernen.

Konkret bedeutet das:

  • Dank Caritas leben heute 105 Mädchen und 16 Kleinkinder in einer Umgebung, die ihnen Wertschätzung und Achtung entgegenbringt. Sie lernen dort, ihr Leben zu meistern. Langfristig sollen weitere 300 Mädchen die Nwoya Girls Academy besuchen.
  • Dank Caritas können diese Mädchen die Spirale aus Armut und Prostitution hinter sich lassen.
  • Schulgebäude, Schlafsäle und die gesamte Infrastruktur sind so konzipiert, dass die Umgebung das Lernen fördert und eine gute Ausbildung möglich macht.
  • Caritas bezahlt qualifizierten Lehrpersonen angemessene Löhne. Sie vermitteln den Mädchen Know-how und die so wichtigen sozialen Kompetenzen.
  • Die Kinder der Mädchen werden liebevoll und kompetent betreut.
  • Die jungen Mädchen, ihre Kinder und auch ihre Familien bekommen mit der Berufsperspektive auch eine Lebensperspektive.
  • Wir arbeiten eng mit den Studentinnenverbänden und den Familien der Mädchen zusammen, damit es in der Gesellschaft zu einem Bewusstseinswandel kommt im Hinblick auf den Platz der Mädchen in der Gesellschaft.
  • Junge Mütter und schwangere Mädchen können dank Caritas wieder zur Schule gehen.